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Die Auswahl der richtigen Taschenlampe ist angesichts der enormen Produktvielfalt auf dem Markt nicht einfach. Antworten auf die folgenden, häufig gestellten Fragen sollen Ihnen bei Ihrer Kaufentscheidung helfen.

Wie viel Lumen sollte eine Taschenlampe haben?

Eine trügerisch einfache Frage, für deren Beantwortung zunächst ein bisschen Theorie unumgänglich ist. Lumen, das lateinische Wort für Licht oder Leuchte, ist die physikalische Einheit für den Lichtstrom, das gesamte von einer Lichtquelle abgegebene Licht. Davon zu unterscheiden ist die Lichtstärke, das ist der Lichtstrom bezogen auf eine bestimmte Richtung. Bei maximaler Konzentration, etwa einem Laserpointer, reicht deshalb eine vergleichsweise niedrige Lumenzahl aus, um eine hohe Lichtstärke zu erzielen.
Die Lumen einer Taschenlampe geben also Auskunft über die Licht“power“ einer Taschenlampe oder LED-Taschenlampe. Was aber kann man sich nun darunter vorstellen? Als Vergleich soll uns eine herkömmliche 40-Watt-Glühlampe dienen, die auf circa 400 Lumen kommt. Wird diese Lichtmenge nicht nach allen Richtungen wie bei der Glühbirne, sondern mehr oder minder gebündelt abgestrahlt, ergibt sich eine ganz erhebliche Lichtstärke. 500-Lumen-Taschenlampen zählen dann auch bereits zu den Hochleistungsgeräten, mit denen sich jeder Weg gut ausleuchten lässt.
Der zweite wichtige Aspekt in dieser Frage ist der Einsatzzweck: Die kleinsten LED-Taschenlampen, perfekt für den Schlüsselbund, haben selten mehr als 10 Lumen aufzuweisen. Für das Finden eines Schlüssellochs im Dunkeln ist das aber bei Weitem genug. Umgekehrt sind 300 Lumen eher mickrig, um einen Raum auszuleuchten.

LED-Taschenlampe mit blauem Licht, wofür das denn?

Farbiges Licht erfüllt bestimmte Zwecke: Blaues Licht betont Kontraste und lässt Blut schwarz erscheinen. Dementsprechend nützlich ist es für die Spurensicherung oder auch für Jäger, um einem angeschossenen Wild zu folgen. Grünes Licht ist ganz allgemein das international verständliche Signal für „alles okay“ oder „Go!“, zudem eignet es sich sehr gut für die Wildtierbeobachtung, weil grünes Licht von der Mehrzahl der Wildtiere nicht wahrgenommen wird. Auch rotes Licht ist in seiner Signalwirkung selbsterklärend, zudem ist die beste, weil zugleich kontraststarke und dezente Beleuchtung, um z. B. eine Karte zu lesen.

Was ist besser, eine Taschenlampe mit LED oder mit Halogen?

Diese Frage ist recht eindeutig zu beantworten: LEDs sind wesentlich heller, sparsamer und robuster als Halogenlampen und halten etwa zehnmal so lang. Wikipedia gibt die Lichtausbeute pro Watt im Vergleich an mit 15-27 lm/W (Halogen) vs. 80-150 lm/W bei der Leuchtdiode. Da bei Taschenlampen die verfügbare Energiemenge aus der Batterie oder dem Akku immer begrenzt und teuer ist, ist die LED-Taschenlampe mittlerweile nahezu alternativlos. Halogenlampen, im Prinzip optimierte Glühbirnen, sind nur dann ratsam, wenn der Farbwiedergabeindex eine Rolle spielt: Das Licht der Halogenlampe ist tageslichtähnlich und erlaubt somit auch eine Farbwiedergabe ähnlich wie bei Tageslicht. LEDs haben demgegenüber einen Index von 60 bis 80, die Farbwiedergabe entspricht also nur zu 60 bis 80 Prozent jener bei Tageslicht und ist zu 20 bis 40 Prozent verfälscht; auf welche Weise hängt von der Lichtfarbe der LEDs ab.

Sollte ich auf die Batterieart beim Kauf einer Taschenlampe achten? Wenn ja, welche sind zu empfehlen?

Nicht wiederaufladbare Batterien (Primärzellen, Alkali-Mangan-Zellen) sind aus Umwelt- und Kostengesichtspunkten klar abzulehnen; für sie spricht, dass vor allem die gängigsten Formate, AA (Mignon) und AAA (Micro) so gut wie überall zu bekommen sind und sich über Jahre halten. Das macht sie zu idealen Notfall- oder Reservebatterien.
NiMH-Akkus, also wiederaufladbare Nickel-Metallhydrid-Akkumulatoren, liefern stattdessen die nötige Energie hunderte Male. Zwar haben sie mit 1,2 V eine etwas niedrigere Spannung als Primärzellen (1,5 V), deren anfangs erzeugte Lichtstärke nicht zu toppen ist, sind aber dafür stabiler in der Spannungsversorgung, was speziell bei sehr starken Taschenlampen wichtig ist. Ein tatsächlicher Nachteil der Akkus war bis vor einigen Jahren die Selbstentladung, der gerade in der (LED-)Taschenlampe und anderen Geräten, die oft monatelang nicht gebraucht werden, zum Tragen kam: Der Ladungsstand gewöhnlicher Akkus liegt nach nur einem Tag bereits bei 80 Prozent. Doch 2005 kamen NiMH-Akkus mit geringer Selbstentladung auf den Markt, die es mittlerweile vielfach optimiert von vielen Anbietern gibt. Sie werden voll geladen verkauft, sind also sofort verwendbar. Der Ladungsstand der besten darunter beträgt 90 Prozent – nach einem Jahr (!). Wenn Sie beim Kauf Wert auf das „Original“ legen, orientieren Sie sich an der Markenbezeichnung Eneloop, von denen mittlerweile die vierte Generation vorliegt.
Besonders in der leistungsstarken LED-Taschenlampe wird gerne ein Lithium-Ionen-Akku eingesetzt (Achten Sie auf Zahlen wie 18650 oder 16340 in den Produktdetails). Besonders die 18650er ist die derzeit wohl effektivste Energiequelle für die (LED-)Taschenlampe: mehrere hundert Ladezyklen, sehr geringe Selbstentladung, unempfindlich gegen niedrige Temperaturen und mit 3,7 V eine deutlich höhere Spannung, die auch sehr konstant ist, was zu höherer Lichtstärke und längerer Laufzeit der LED-Taschenlampe führt. Nachteile der rein technisch gesehen klar überlegenen Li-Ion-Akkus sind deren Inkompatibilität mit herkömmlichen Batterien oder NiMH-Akkus: Formate und Spannung sind unterschiedlich. Für das Aufladen benötigen Sie ein spezielles Aufladegerät, das wie die Akkus selbst in Europa noch wenig verbreitet ist. Zudem gibt es wenig empfehlenswerte Geräte auf dem Markt, mit denen ein gewisses Risiko bis hin zur Explosionsgefahr beim Aufladen nicht ausgeschlossen werden kann.
Auch die Knopfzellen bedienen sich der Li-Ionen-Technik und sind auf ihrem Gebiet konkurrenzlos: Wenn Größe (LED-Taschenlampe für den Schlüsselbund) oder Gewicht (Stirnlampe) die wichtigsten Kriterien sind und etwa die Lichtstärke keine Rolle spielt. Auch diese Akkuformate gibt es bereits wiederaufladbar.

Was ist ein Lenser?

Eine LED-Taschenlampe mit Fokusfunktion, um punktuell eine maximale Lichtstärke erzeugen zu können.

Wie viel Lumen sind in Deutschland erlaubt?

Für die maximalen Lumen einer (LED-)Taschenlampe gibt es keine gesetzlichen Vorschriften.

Ist UV-Licht bei einer Taschenlampe schädlich für die Augen?

Solange Sie nicht über längere Zeit direkt ins Licht starren: Nein.

Kann ich vom Gucken ins Licht der Taschenlampe erblinden?

Auch hier gilt: Sie müssten es schon unbedingt wollen und unausgesetzt direkt in den Lichtstrom schauen, was die natürlichen Schutzreaktionen (Blinzeln, Augen schließen, Wegdrehen) zu verhindern trachten. Die Gefahr, seine Augen zu schädigen, ist allerdings schon relevant: Wissenschaftler von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin haben in einem Gutachten festgestellt, dass 13 von 43 getesteten LED-Lampen in die Risikogruppe 2 fielen, in der die Sicherheit ausschließlich auf den unwillkürlichen Abwehrreaktionen beruht. Wer entgegen diesen zehn bis 73 Sekunden aus 20 cm Entfernung ins Licht starrt, überschreitet bereits die einschlägigen Grenzwerte. Da dieser Effekt akkumulativ ist, sind insbesondere Arbeiter in der LED-Industrie betroffen. Im privaten Bereich ist eine unabsichtliche Gefährdung praktisch auszuschließen.

Was ist eine Cree-LED?

Cree Inc. ist ein multinationaler Hersteller von LED-Leuchtmitteln und -Geräten. 2012 brachte das Unternehmen die sogenannte XLamp XT-E auf den Markt mit dem Anspruch, zweimal so viel Lichtstärke zum Preis herkömmlicher LEDs zu liefern. Die zweite wichtige technische Innovation folgte im Jahr darauf, als zwei LED-Lampen mit dem Energy Star für höchste Energieeffizienz ausgezeichnet wurden. „Cree-LED“ ist die landläufige Bezeichnung für LEDs mit dieser Technik: hohe Lichtstärke, hohe Lumen-Zahl und hohe Energieeffizienz ergeben zusammen die Cree-LED-Taschenlampe.

Warum kann eine Taschenlampe mit weniger Lumen, manchmal mehr Reichweite erzielen?

Wie unter „Wie viel Lumen sollte eine Taschenlampe haben“ ausgeführt lässt sich mit einem gerichteten Lichtstrahl eine sehr hohe Lichtstärke mit entsprechender Reichweite erzielen. Das Extrembeispiel ist ein Laserpointer: Der auf Punktgröße fokussierte Strahl reicht bei 200 Lumen bereits rund 400 m weit.

Was ist die hellste Taschenlampe der Welt?

Googelt man diese Frage, stößt man auf fantastische Rekordleistungen im Bereich von bis zu 100.000 Lumen – eineLichtstärke, mit der sich ganze Berghänge ausleuchten lassen. Dabei handelt es sich freilich im eigentlichen Wortsinn nicht um eine „Taschenlampe“, weil sich diese Apparaturen keineswegs in selbige stecken lassen.
Doch auch abseits solcher Spielereien ist das Wettrüsten voll im Gang. Die Flashtorch der US-Firma Wicked Laser bringt es etwa auf 4100 Lumen – für gerade einmal zehn Minuten. Dann ist die LED-Taschenlampe aber bereits so heiß, dass damit ein Feuer entfacht werden kann. Und dass dies bei aller Unsinnigkeit wenigsten die hellste Taschenlampe der Welt sei, wird in einem Kommentar widerlegt: Tatsächlich gibt es eine 7.500-Lumen-LED-Taschenlampe von Lorenz Optical Systems.
Eine derartige Lichtstärke birgt Gefahren – und der Nutzen einer Taschenlampe mit tausenden Lumen ist zu hinterfragen. Auf dem Markt werden denn auch (etwas) kleinere Brötchen gebacken: Eine aufladbare LED-Taschenlampe mit 3.500 Lumen(Fenix RC40) ist derzeit das Serienmodell mit der höchsten Lichtstärke. Aber auch 56 Lumen können ein beeindruckender Wert sein: Dann nämlich, wenn die erzeugende LED-Taschenlampe mit 9 cm Länge noch an den Schlüsselbund passt. Die DP-010AAA-C ist zudem auf größtmögliche Lichtstärke ausgelegt.